Positive Psychologie

Ziele der Positiven Psychologie

Individuelle Stärken und positive Eigenschaften des Menschen stehen im Zentrum des Menschenbildes der Positiven Psychologie. Jeder Mensch hat Schwächen und Fehler. Bei der Positiven Psychologie legen wir Focus auf die Aktivierung und Gesundung der Ressourcen und Fähigkeiten, damit die menschliche Handlungskompetenz wieder hergestellt werden kann. Anders gesagt ist das Ziel der Positiven Psychologie: die im Menschen innewohnende Kraft freizusetzen und nicht von äußeren Dingen wie Medikamenten abhängig zu machen, wenn es um eine höhere Lebenszufriedenheit geht.

Was ist Positive Psychologie?

Positive Psychologie wird oft mit „positivem Denken“ verwechselt.

Dabei ist beides vollkommen unterschiedlich. Die positive Psychologie ist ein junger Psychologiezweig, der sich damit beschäftigt, wie man das Wohlbefinden der Menschen auf wissenschaftliche Art und Weise vergrößern kann. Dabei geht es nicht um voreilige Versprechen und „quick fixes“, die kurzfristigen Erfolg garantieren, sondern um nachhaltige Wege zu Glück und Zufriedenheit.

Positive Psychologie ist die wissenschaftliche Erforschung dessen, was das Leben lebenswert macht. Es ist ein Aufruf an psychologische Wissenschaft und Anwendung, sich genauso mit menschlichen Stärken zu beschäftigen, wie mit Schwächen, genauso interessiert daran zu sein, die besten Dinge im Leben zu fördern, wie darin, die schlimmsten zu reparieren und sich im gleichen Maße damit zu befassen, das Leben normaler Menschen erfüllter zu machen, wie damit, mithilfe von Pathologie zu heilen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Positive Psychologie eine Strömung innerhalb der Psychologie ist, die sich an Aspekten der ressourcenorientierten Psychotherapie orientiert. Sie ist die Wissenschaft dessen, was Individuen, Organisationen und Gesellschaften dazu befähigt, sich bestmöglich zu entwickeln und aufzublühen. Man beschäftigt sich mit der Frage danach, was das Leben lebenswert macht und welche Aspekte eine Bedeutung für ein gelingendes Leben und Arbeit haben. Die Positive Psychologie ist quasi die Wissenschaft des gelingenden Lebens.

Faktoren für ein glücklicheres Leben

Die fünf Faktoren, die für das allgemeine Wohlbefinden im Leben hauptsächlich verantwortlich sind:

  1. positive Emotionen, hauptsächlich das bewusste Glücksempfinden und Lebenszufriedenheit;
  2. Anteilnahme/Einsatz und die Frage, ob man z. B. in einer Aufgabe völlig aufgeht und die Zeit beim Arbeiten vergisst;
  3. Sinn, „Mache ich das, was ich möchte, oder das, was ich muss?“, „Wie komme ich meinen Träumen näher“
  4. Errungenschaften werden unabhängig von den anderen Faktoren verfolgt. Das Gefühl, es zu etwas gebracht und Nutzen geschaffen zu haben, ist hier essentiell und verstärkt das Glücksgefühl
  5. positive Beziehungen stehen nicht nur für eine größere Vielfalt von Perspektiven, Einfluss von anderem Gedankengut oder neuen Ideen. Positive Beziehungen haben außerdem den Effekt, in schweren Zeiten Unterstützung und überdies in freudigen Phasen Anlaufpunkte zum Mitfeiern zu bieten. Letzteres ist sogar noch wichtiger und trägt verstärkt zu besseren Beziehungen bei.

Ein Auszug aus bewährten Übungen, die nachhaltig das Glückserleben und die Zufriedenheit im Leben steigern

Übung 1. Die Wahrnehmung positiver Emotionen

Führe ein Erfolgs-Tagebuch, in das Du Deine Highlights des Tages einträgst. Und auch, warum diese Highlights so aufgetreten sind.

Um ein bisschen besser auf Deine Erfolge und das Gute in Deinem Leben zu kommen, kannst Du Dir Fragen stellen, wie z. B.

  • Was hat mich heute glücklich gemacht?
  • Was war besonders schön an diesem Tag?
  • Was habe ich heute besser gemacht als sonst?
  • Was hat jemand anderes getan, was mich gefreut hat?

So lernst Du, achtsamer auf die schönen Dinge in Deinem Leben zu schauen, und kannst auch besser erkennen, was Dich glücklich macht.

Übung 2. Anteilnahme und Einsatz

Da es wesentlich einfacher ist, Dinge zu tun, die man gerne und gut macht, ist es wichtig, sich diese Stärken bewusst zu machen und sich auf sie zu konzentrieren, sie zu nutzen und, wenn möglich, täglich einzusetzen. Das lässt Dich aufgehen in dem, was Du tust, und stärkt Deine Fähigkeiten in diesen Bereichen weiter.

Übung 3. Sinn schaffen – Perspektivenwechsel

Schaue Dir drei Dinge aus Deinem Alltag genauer an, die Du oft machst, aber nicht unbedingt gerne verrichtest.

Stelle Dir ganz gezielt diese Fragen:

  • Wozu mache ich das?
  • Hilft es irgendjemandem auf dieser Welt, wenn ich diese Sache mache?
  • Bringt es mich persönlich weiter, diese Sache zu tun?
  • Wenn ich das nicht machen würde, welche Auswirkungen hätte das?

Durch diese Übung soll Dir ganz generell etwas klarer werden, was von dem, was Du tust, wirklich sinnstiftend ist, und was eher nicht. Viele Dinge fallen uns erst dann leichter und machen mehr Spaß, wenn wir das Gefühl haben, dass es uns oder andere Menschen weiterbringt.

Denn zum Großen und Ganzen beizutragen macht glücklich.

Übung 4. Errungenschaften – Ziele erreichen

Dieser glücksfördernde Faktor ist einer, der sich in allen Lebensbereichen wiederfindet und sich deshalb auch wunderbar mit allen restlichen Punkten und Übungen aus diesem Artikel verbinden lässt.

Überlege Dir ein kleines Projekt, das zu etwas Größerem beiträgt (nein, Du musst keinen Dom bauen). Nutze dazu Deine Signaturstärke von Punkt 2, um in diesem Projekt voranzukommen. Besonders gut geeignet ist dafür natürlich ein Projekt im prosozialen Bereich. Das heißt nicht, dass Du sich nun verpflichten sollst, täglich ehrenamtliche Arbeit zu verrichten (obwohl das natürlich auch glücklich macht). Fange ganz klein an: Wem könnten Deine Stärke helfen? Wie könntest Du Dich in einem ganz kleinen Rahmen nützlich machen und anderen Menschen etwas Gutes tun?

Feiere auch kleine Schritte in Richtung Ziel und genieße es, zu sehen, wie Du nicht nur hilfst, sondern zu Wert beiträgst, wichtig bist für die Menschen um Dich herum und dabei Freude hast!

Übung 5. Positive Beziehungen

Mache jemandem das Geschenk, sich Zeit für sie oder ihn zu nehmen.

Verlorenes Wissen mag durch Studieren ersetzt werden, verlorene Gesundheit durch Medizin. Verlorene Zeit ist für immer verloren. Zeit ist deshalb ein hohes Gut. Gerade für die, die Dir wichtig sind und Dir Freude bereiten.

Wenn Du jemandem Zeit schenkst, unterstreichst Du genau das.

Stelle Dir vor, eine Freundin von Dir schlägt ein Treffen nicht mit den Worten „Wollen wir uns Freitag nicht mal wieder sehen?“ vor, sondern benutzt diesen Satz:

„Es tut mir immer gut, mit Dir Zeit zu verbringen, und ich würde gerne am Freitag diese Zeit mit Dir einplanen und etwas mit Dir unternehmen. Hast Du Lust?“

Bemerkst Du den Unterschied?

Wie Du diese Möglichkeiten in Deinem Alltag einwebst, ist Deiner Kreativität und Deinem Mut überlassen. Mache nicht alles auf einmal. Nehmen Dir eine Übung vor, auf die Du besonders Lust hast.

Am Ende ist eines schon jetzt gewiss: Es wird nicht nur anderen Freude bereiten!

wingwave Kurzzeit Coaching Zentrum
Anna Herrmann-Koch
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